
Das erste Grümpi nach den Sommerferien führt uns traditionell nach Matt und dieses Turnier gehört definitiv zu unseren Favoriten im Grümpi-Kalender. Ein hervorragender Rasen, freundliche und unkomplizierte Gastgeber und dazu die wunderschöne Glarner Bergkulisse sorgen jedes Jahr für beste Voraussetzungen. Entsprechend gross war auch dieses Mal die Vorfreude, nach der Sommerpause endlich wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen.
Wir reisten mit einer interessanten Mischung aus altbekannten Gesichtern und einigen neuen Spielern an. Im Tor konnten wir wieder auf unseren bewährten Rückhalt Clödi zählen. Auf dem Feld standen Mäce, Yannick, Paul, Joel, Simone, Adrian, Jovan, Damon und Tom. Bei den Frauen verstärkten uns Nadine, Melanie und Sheylan. Auch neben dem Platz waren wir nicht alleine: Can unterstützte die Mannschaft von der Seitenlinie und sorgte für zusätzlichen Rückhalt.
Nach der Sommerpause wussten wir allerdings noch nicht genau, wo wir stehen würden. Das Potenzial war vorhanden, nun musste es nur noch auf den Platz gebracht werden.
Gruppenphase
Allstars United – Holzfüess Mittelthurgau 3:0
Das erste Spiel eines Turniers ist bekanntlich immer eines der schwierigsten. Diesmal kam hinzu, dass unser Gegner insbesondere bei den Frauen einige Hochkaräterinnen dabeihatte, die reichlich Erfahrung aus dem Vereinsfussball mitbrachten. Davon wollten wir uns allerdings nicht beeindrucken lassen.
Wir starteten mutig und kamen früh zur ersten Grosschance. Bellati tauchte in aussichtsreicher Position vor dem Tor auf, setzte seinen Abschluss jedoch über die Latte. Es dauerte anschliessend eine Weile, bis die Partie richtig Fahrt aufnahm. Beide Mannschaften versuchten, Sicherheit ins eigene Spiel zu bringen und schenkten sich in den Zweikämpfen wenig.
Kurz nach der Hälfte der Spielzeit gelang uns dann der wichtige Führungstreffer. Yannick zog ab, sein Schuss wurde noch entscheidend abgefälscht und fand den Weg zum 1:0 ins Tor.
Nun mussten die Holzfüess mehr riskieren. Die gegnerischen Spielerinnen und Spieler rannten an, doch unsere Defensive hielt dagegen. Was doch einmal durchkam, war spätestens bei Clödi Endstation. Unser Goalie zeigte sich einmal mehr als sicherer Rückhalt und hielt seinen Kasten sauber.
Dann folgte ein herrlicher Treffer. Simone schlug einen langen Ball in die Spitze. Mäce schätzte die Flugbahn perfekt ein, pflückte die Kugel förmlich vom Himmel und köpfte sie gefühlvoll über den herauskommenden Torwart hinweg ins Netz. Ein technisch starker Treffer zum 2:0.
Damit war der Widerstand des Gegners weitgehend gebrochen. Tom und Mäce kombinierten sich kurz darauf nochmals schön durch die gegnerischen Reihen, ehe Mäce den Angriff sauber zum 3:0-Endstand vollendete.
Ein überzeugender Auftakt gegen einen keineswegs einfachen Gegner und die ersten drei Punkte waren im Sack.
Allstars United – Tuggner Cowboys 0:0
Im zweiten Gruppenspiel trafen wir auf die Tuggner Cowboys. Die Partie war von Beginn weg von gegenseitigem Neutralisieren geprägt. Beide Mannschaften bewegten sich ungefähr auf Augenhöhe und liessen dem Gegner kaum Räume für gefährliche Aktionen.
Auf unserer Seite zeigte insbesondere Adrian in der Defensive einige starke Szenen. Er antizipierte mehrere Angriffe frühzeitig und konnte gefährliche Situationen entschärfen, bevor sie überhaupt richtig entstanden.
Offensiv fehlte uns diesmal allerdings die letzte Konsequenz. Auch der Gegner fand gegen unsere kompakte Defensive kaum ein Durchkommen. So entwickelte sich ein Spiel, bei dem sich beide Mannschaften weitgehend gegenseitig aus dem Spiel nahmen.
Das torlose 0:0 war deshalb am Ende das logische Resultat.
Allstars United – Mir nänd nuch eis 6:0
Im dritten Gruppenspiel wollten wir offensiv wieder einen Gang hochschalten und genau das gelang uns eindrucksvoll.
Hier schlug insbesondere die Stunde von Jovan. Gleich zweimal wurde er von Simone mustergültig bedient und beide Male liess er sich die Gelegenheit nicht nehmen. Mit zwei Treffern stellte er früh die Weichen auf Sieg und zeigte, dass auch unsere neuen Spieler sofort Verantwortung übernehmen konnten.
Doch damit war noch lange nicht Schluss. Auch Tom erwischte einen starken Auftritt. Nach einer genialen Vorarbeit von Sheylan kam er in eine hervorragende Abschlussposition und verwertete kompromisslos zum 3:0.
Spätestens jetzt waren auch unsere Frauen endgültig im Turnier angekommen. Sheylan setzte mit ihrer Vorlage bereits ein Ausrufezeichen und auch Nadine war offensiv immer wieder präsent.
Mäce machte anschliessend das, was Mäce eben macht, wenn er Platz vor sich hat. Er tankte sich durch die gegnerische Abwehr, zog mehrere Gegenspieler auf sich und legte im richtigen Moment zu Nadine ab. Diese stand goldrichtig und musste den Ball nur noch über die Linie drücken. Da Frauentore doppelt zählen, bedeutete dieser Treffer gleich den Sprung zum 6:0.
Ein rundum starker Auftritt, bei dem vieles zusammenpasste. Wir spielten offensiv, nutzten unsere Chancen konsequent und liessen hinten nichts anbrennen. Mit diesem deutlichen Sieg wanderten die nächsten drei Punkte auf unser Konto.
Allstars United – GRB – Alles anderä isch ä Ersatzbangg 0:1
Im letzten Gruppenspiel wartete ausgerechnet GRB – Alles anderä isch ä Ersatzbangg, der Hauptsponsor des Turniers. Es entwickelte sich von Beginn an eine äusserst körperbetonte Partie, in der es ordentlich zur Sache ging.
Leider hatten wir zusätzlich mit einigen sehr zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen zu kämpfen.
Ein gegnerischer Spieler teilte in den Zweikämpfen immer wieder kräftig aus, konnte selbst aber offenbar deutlich weniger einstecken. Kaum wurde er einmal berührt, ging es zu Boden und erstaunlich oft ertönte daraufhin der Pfiff.
Trotzdem hatten wir unsere Möglichkeiten. Tom kam zu einer guten Gelegenheit, konnte diese jedoch nicht verwerten. Auch Simone und Mäce scheiterten mit ihren Abschlüssen jeweils nur knapp.
Melanie zeigte im Mittelfeld einen starken Auftritt. Sie behauptete wichtige Bälle, ging konsequent in die Zweikämpfe und unterband dadurch immer wieder gegnerische Angriffe. Auch Yannick und Paul warfen sich hinten in alles hinein und kämpften um jeden Zentimeter.
Dann kam die Szene, die das Spiel entscheiden sollte. Ein hoher Ball flog in Richtung unseres Strafraums. Clödi kam aus seinem Tor und faustete den Ball weg. Gleichzeitig ging der gegnerische Stürmer äusserst theatralisch zu Boden. Der Schiedsrichter liess sich davon tatsächlich überzeugen und zeigte auf den Punkt.
Penalty gegen uns. Eine unglaublich ärgerliche Entscheidung, insbesondere, weil Mäce auf der anderen Seite bei seinen Tempodribblings mehrfach zurückgehalten wurde, ohne dass dies Konsequenzen hatte.
Der Gegner verwandelte den Strafstoss und ging mit 1:0 in Führung. Wir versuchten nochmals alles, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. So mussten wir unsere erste Niederlage des Tages hinnehmen. Trotzdem reichten unsere bisherigen Resultate aus. Als bester Gruppendritter qualifizierten wir uns für das Viertelfinale.
Viertelfinale gegen Dirty Sanchez
Dort wartete mit Dirty Sanchez ein bestens bekannter Gegner aus der March. Wir wussten, dass dieses Spiel absolut machbar war und genau so entwickelte sich die Partie auch. Spielerisch hatten wir mehr vom Spiel und konnten uns immer wieder nach vorne kombinieren. Das grosse Problem blieb jedoch die Chancenverwertung. Unsere Überlegenheit wollte sich einfach nicht auf der Anzeigetafel widerspiegeln.
Und als wäre das nicht bereits mühsam genug, hatten wir im Viertelfinale erneut denselben Schiedsrichter wie zuvor. Auch diesmal sorgte eine Entscheidung für grosses Kopfschütteln. Clödi kam aus seinem Tor und faustete einen Ball aus der Gefahrenzone. Der Schiedsrichter war jedoch der Meinung, dass seine Hand dabei ausserhalb des Strafraums gewesen sei und entschied auf Freistoss direkt an der Strafraumgrenze. Eine äusserst fragwürdige Entscheidung. Denn welcher Schiedsrichter kann bei einem Torwart, der sich mitten in der Luft befindet, auf den Zentimeter genau eine imaginäre Linie ziehen?
Immerhin blieb diese Szene ohne Folgen. Der anschliessende Freistoss führte nicht zum Gegentor. Stattdessen bot sich uns praktisch im direkten Gegenstoss die Riesenchance auf die Führung. Mäce schnappte sich im Mittelfeld die Kugel, setzte zu einem seiner Tempoläufe an und war plötzlich durch. Kein Verteidiger mehr vor ihm, nur noch der gegnerische Torwart. Eigentlich genau die Situation, die man sich in einem Viertelfinale wünscht. Doch ausgerechnet im ungünstigsten Moment versprang Mäce der Ball. Er versuchte noch abzuschliessen, setzte die Kugel jedoch über das Tor.
Es blieb beim 0:0. Damit musste das Penaltyschiessen über unseren Einzug ins Halbfinale entscheiden. Beide Mannschaften mussten fünf Schützen bestimmen und wählten jeweils zwei Frauen und drei Männer. Da Frauentore auch im Penaltyschiessen doppelt zählten, war klar, welche enorme Bedeutung gerade diesen Versuchen zukommen würde.
Das Penaltyschiessen
Die erste Schützin von Dirty Sanchez trat an und verwandelte. Da Frauentore doppelt zählten, lagen wir mit einem einzigen Penalty sofort 0:2 zurück.
Für uns trat Nadine als Erste an. Leider scheiterte sie am gegnerischen Torwart.
Der zweite gegnerische Schütze, diesmal ein Mann, traf ebenfalls. Plötzlich stand es bereits 0:3.
Nun übernahm Simone Verantwortung. Er verwandelte seinen Penalty sicher und verkürzte auf 1:3.
Anschliessend trat die zweite Frau des Gegners an. Ein Treffer hätte unsere Situation beinahe aussichtslos gemacht, doch Clödi zeigte seine ganze Klasse und parierte sensationell. Wir waren noch am Leben.
Nun lag viel Druck auf Sheylan. Auch sie stellte sich der Verantwortung, scheiterte jedoch denkbar knapp am gegnerischen Torwart.
Damit wurde die Situation für uns immer schwieriger.
Der vierte Schütze von Dirty Sanchez trat an und verwandelte. Da wir anschliessend keine weibliche Schützin mehr zur Verfügung hatten, konnten wir den Rückstand rechnerisch nicht mehr aufholen.
Das Viertelfinale war verloren.
Fazit – Mehr wäre definitiv möglich gewesen
So mussten wir uns in Matt leider bereits im Viertelfinale verabschieden. Ein Ausgang, der sich besonders deshalb bitter anfühlte, weil an diesem Tag definitiv mehr möglich gewesen wäre.
Unser Kader hatte die Qualität für einen Halbfinaleinzug. Das zeigten wir insbesondere beim deutlichen 6:0-Erfolg, aber auch über weite Strecken des Viertelfinals. Defensiv standen wir stabil, Clödi war einmal mehr ein starker Rückhalt und sowohl unsere bekannten als auch unsere neuen Spielerinnen und Spieler zeigten immer wieder, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckte.
Letztlich scheiterten wir weniger am Gegner als an unserem eigenen Unvermögen, die entscheidenden Chancen zu verwerten. Dazu kamen einige unglückliche Situationen und Schiedsrichterentscheidungen, die uns an diesem Tag ebenfalls nicht gerade in die Karten spielten. Besonders bitter bleibt die Grosschance unmittelbar vor dem Penaltyschiessen. Fällt dort das 1:0, könnte die Geschichte dieses Turniers eine ganz andere sein.
Aber genau solche Tage gehören zum Grümpi-Fussball eben auch dazu. Manchmal läuft fast alles für einen, manchmal fehlen wenige Zentimeter und plötzlich ist ein Turnier früher vorbei, als man es sich vorgestellt hat.
Was bleibt, ist trotzdem ein schöner Turniertag in einer unserer liebsten Grümpi-Destinationen. Wir konnten erneut mit langjährigen Weggefährten auf dem Platz stehen, gleichzeitig neue Gesichter ins Team integrieren und wurden von Can an der Seitenlinie tatkräftig unterstützt. Genau diese Mischung macht Allstars United seit Jahren aus.
Dieses Mal sollte es nicht sein. Wir haken das Viertelfinal-Aus ab, nehmen die guten Momente mit und wissen: Auch das Glück wird wieder auf unsere Seite zurückkehren.
Und eines ist sowieso bereits jetzt klar: Wir freuen uns aufs nächste Jahr in Matt. ⚽💪
